Friedensfilmpreis verliehen

Der 32. Friedensfilmpreis geht an die chilenische Regisseurin Lissette Orozco für ihren Dokumentarfilm “El Pacto de Adriana (Adrianas Pact)”. In ihrem Langfilmdebüt spürt die Regisseurin der Rolle ihrer Tante Adriana während der Diktatur unter Augusto Pinochet nach. Der Friedensfilmpreis wurde am 19. Februar im Rahmen der Berlinale in Berlin verliehen. Er würdigt Filme, die in besonderer Weise das friedliche Zusammenleben fördern. Zu den Organisatoren des Preises gehört der Weltfriedensdienst, einer der Träger des ZFD.

Für Lissette Orozco war ihre in Australien lebende Tante Adriana das Idol ihrer Jugend. Als Adriana bei einem Familienbesuch in Chile 2007 verhaftet wird, beginnt für die Regisseurin eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, mit der ihrer Familie und der ihres Landes. Adriana soll für Pinochets berüchtigte Geheimpolizei DINA gearbeitet haben. Ihre Tante bestreitet die Vorwürfe. Lissette Orozco begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit und dokumentiert diesen Prozess mit der Kamera.

Auf diese Weise ist ein sehr persönlicher Film entstanden, der weit über das Private hinausgeht. Die Konflikte innerhalb der Familie spiegeln die der chilenischen Gesellschaft. Seine Spannung gewinnt der Film aus den wachsenden Zweifeln an der geliebten Tante. Lissette Orozco gelingt dabei in packender Weise der Spagat zwischen ihrer Rolle als Nichte und ihrer Funktion als Filmemacherin. „Gesellschaftlicher Frieden beginnt mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Diese sehr persönliche und schmerzliche Auseinandersetzung mit ihrer Familie und der Geschichte Chiles beweist außergewöhnliche Courage,“ urteilt Martin Zint, Öffentlichkeitsreferent des Weltfriedensdienstes.

Der 32. Friedensfilmpreis wurde am 19.2. in Berlin im Rahmen der Berlinale, den Internationalen Filmfestspielen Berlin, vergeben. Alljährlich würdigt der Preis Filme, die in besonderer Weise das friedliche Zusammenleben fördern. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird in Form einer von Otmar Alt geschaffenen Bronzeplastik überreicht. Der Friedensfilmpreis ist weltweit der einzige Friedenspreis, der auf einem A-Filmfestival verliehen wird.

Zum Trägerkreis des Friedensfilmpreises zählt auch der Weltfriedensdienst e. V. (WFD), einer der neun Träger des Zivilen Friedensdienstes. Neben dem WFD wird der Friedensfilmpreis von der Heinrich Böll Stiftung und der Friedensinitiative Zehlendorf ausgerichtet. Eine unabhängige Jury sichtet sektionsübergreifend die Filme der Berlinale und prämiert alljährlich einen Film, der durch seine eindringliche Friedensbotschaft und seine ästhetische Umsetzung überzeugen kann.

 

Weitere Informationen: www.friedensfilm.de