Kolumbien: Das weiße Kleid

17.8.2017

Die neue Graphic Novel „Das weiße Kleid“ erzählt die Geschichte vom gewaltsamen Verschwinden der Nydia Erika Bautista an einem Sonntag vor rund 30 Jahren.

Am 30. August 1987 wird Nydia Erika Bautista vom militärischen Geheimdienst in Bogotá auf offener Straße verschleppt. Nydia Erika ist Aktivistin der „Bewegung 19. April“ (M-19), einer linken Guerilla-Gruppe in Kolumbien, die sich 1990 in eine Partei umwandelt. Nach ihrer Entführung wird Nydia Erika Bautista gefoltert, vergewaltigt und schließlich ermordet. Ihre Familie hat nie aufgehört, sie zu suchen. Die sterblichen Überreste von Nydia Erika Bautista wurden der Familie erst drei Jahre nach ihrem Verschwinden übergeben. Darunter befand sich auch das weiße Kleid, das sie bei ihrer Entführung trug.

Die Forderungen der Familie nach Gerechtigkeit blieben bis heute ungehört: Niemand wurde für das Verbrechen an Nydia Erika Bautista zur Verantwortung gezogen. Stattdessen erhielt die Familie Drohungen, die sie schließlich zwangen, lange Jahre ins Exil zu gehen.

Fälle wie der von Bautista sind in Kolumbien keine Seltenheit. Menschenrechtliche Organisationen, wie die von Bautistas Schwester, Yanette Bautista, gegründete Fundación Nydia Erika Bautista (FNEB) setzen sich für die Verschwundenen und deren Familien ein. Sie fordern Aufklärung, Prozesse und eine Verurteilung der Mörder und unterstützen die Angehörigen der Verschwundenen. Diese Arbeit geschieht unter Lebensgefahr.

Der Zivile Friedensdienst unterstützt die Arbeit bedrohter Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger in Kolumbien, z.B. indem er der Fundación Nydia Erika Bautista zur Seite steht. Der ZFD ist aktuell mit 25 Fachkräften in Kolumbien aktiv. Sie unterstützen dort viele Projekte zur Aufarbeitung der gewaltvollen Vergangenheit, zur Versöhnung und zur Menschenrechtsarbeit.

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