Palästinensische Gebiete: Hip-Hop als Ventil

Anfang September fand in Bethlehem das vom ZFD organisierte Hip-Hop-Festival Sawa Sawa statt. Mit dabei war auch der deutsche Musiker Max Herre.

Unmittelbar vor der Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem brachte das Festival Sawa Sawa (dt. Gemeinsam, gemeinsam) am 7. September 2017 palästinensische Jugendliche aus verschiedenen Orten und unterschiedlichen Lebensumständen zusammen. Krönender Abschluss des Hip-Hop-Events war das gemeinsame Konzert von Max Herre mit der Band Sawa Sawa Soundsystem, deren Mitglieder sich 2015 im Rahmen eines ZFD-Projekts kennengelernt hatten.

Zuvor hatten Max Herre, Rapper und Singer-Songwriter aus Stuttgart, und Megaloh, Rapper aus Berlin, auf Initiative des ZFD mit Jugendlichen aus dem Geflüchtetenlager Shu’fat einen Hip-Hop-Workshop veranstaltet. „Wir versuchen Kinder und Jugendliche dazu zu bringen, ihre eigene Situation zu reflektieren, sich anders auszudrücken, gewaltfrei auszudrücken und andere Wege zu finden, über ein Ventil Dampf abzulassen“, beschreibt ZFD-Fachkraft Kayed Sagalla die Idee hinter dem Projekt.

Das Geflüchtetenlager Shu’fat liegt im Stadtgebiet von Jerusalem. Und doch außerhalb. Das Camp ist seit 2005 durch eine hohe Mauer von Jerusalem abgeschnitten. Unter schwierigen Lebensbedingungen leben hier nach Angaben der GIZ über 60.000 Menschen. Ein Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner ist unter 15 Jahre alt. Die Realität der Jugendlichen ist gekennzeichnet durch Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit und Armut. Ein idealer Nährboden für Wut, Gewalt und Radikalisierung.

Nach einem Rundgang durch das Camp kommt Max Herre zu dem Schluss: „Mehr denn je denke ich nach diesem Spaziergang, dass es total wichtig ist, diese Arbeit zu machen. (…) Es geht um das Channeln von Frustration, auch von Wut in etwas Positives, in Kultur.“ Das ist der Grund, warum sich der Musiker für jugendliche Hip-Hopperinnen und Hip-Hopper in den palästinensischen Gebieten, aber auch in Israel engagiert.

Das letzte Stück des Abends brachte die Stimmung des Festivals auf den Punkt. Es geht um das, was uns ausmacht und verbindet, über alle Grenzen und Unterschiede hinweg, nämlich Liebe und Menschlichkeit. Max Herre und die Leute vom Sawa Sawa Soundsystem hatten den Song tags zuvor gemeinsam geschrieben.

Mehr Informationen über das Engagement des ZFD in den palästinensischen Gebieten finden Sie in unserer Projektdatenbank.