Philippinen: Plattform für den Frieden

27.2.2017

Die Situation auf Mindanao ist aktuell angespannt. Friedensarbeit ist nun umso wichtiger: Mit der Internetseite www.forum4peace.org wurde eine Plattform für zivile Friedenskräfte geschaffen.

Vor nicht allzu langer Zeit schien Mindanao auf einem guten Weg. Jahrzehntelang hatten blutige Konflikte die Inselgruppe im Südosten der Philippinen erschüttert. 2014 wurde ein Abkommen unterzeichnet, das Hoffnung auf Frieden machte. Dann geriet der Friedensprozess zunächst ins Stocken, dann ins Wanken. Die Situation ist aktuell wieder angespannt. Umso wichtiger sind all jene, die sich vor Ort weiterhin für eine friedliche Entwicklung einsetzen. Die Internetseite www.forum4peace.org soll ihnen bei der Arbeit helfen.

Trotz des Friedensabkommens zwischen philippinischer Regierung und der Moro Islamic Liberation Front (MILF) von 2014 kam und kommt es auf Mindanao zu Anschlägen und Gewalt. Eines der Probleme ist, dass die tiefer liegenden Konfliktursachen fortbestehen: Die ungleiche Verteilung von Land und Ressourcen und die Benachteiligung großer, insbesondere muslimischer und indigener, Teile der Bevölkerung sorgen weiterhin für Unmut. Nicht alle Gruppen fühlen sich im Friedensprozess ausreichend berücksichtigt. Ein großer Teil der Menschen lebt unterhalb der Armutsgrenze. Der Löwenanteil der Gewinne aus Bergbau und industrieller Landwirtschaft gehen an einige wenige Unternehmen, nicht selten mit Sitz in der Hauptstadt Manila oder im Ausland.

Rodrigo Duterte, seit Juni 2016 Präsident der Philippinen, machte bislang vor allem durch seinen „Krieg gegen Drogen“ unter erheblichen Menschenrechtsverletzungen von sich reden. Mehr als 7.500 Menschen sollen diesem „Krieg“ schon zum Opfer gefallen sein. Auch auf Mindanao scheint Duterte seine Vorstellung von Frieden mit Härte durchsetzen zu wollen. Gegen militante Banden und Rebellengruppen setzt er auf offensives militärisches Vorgehen. Friedensverhandlungen mit der maoistischen New People’s Army (NPA) hat er Anfang des Monats aufgekündigt und seine Armee auf einen langen Krieg eingeschworen.

Die Lage auf Mindanao gibt momentan also wenig Anlass zu Hoffnung und Zuversicht. Und doch finden sich weiterhin Menschen, Initiativen und Nichtregierungsorganisationen, die eine friedliche Entwicklung für möglich halten und unermüdlich darauf hinarbeiten. Die Internetplattform www.forum4peace.org, die am 8. Februar online gegangen ist, soll ihnen dabei helfen, sich besser zu vernetzen. Neben Berichten, Videos und Ankündigungen sollen ein gemeinsamer Kalender und Diskussionsforen Information ermöglichen und Austausch anregen. Die erhoffte Wirkung: mehr Effektivität für die bestehende Friedensarbeit, mehr öffentliche Aufmerksamkeit und mehr Einfluss auf politischer Ebene. Aufgebaut wurde www.forum4peace.org von der „Civil Society Organisation – Forum for Peace (CSO-FP)“ mit Unterstützung des Zivilen Friedensdienstes (ZFD).