Uganda: Erfolgreich vermittelt

Der ZFD unterstützt in Uganda mehr als 60 Initiativen bei der gewaltfreien Bearbeitung von Landkonflikten. Eine davon ist die Interessengemeinschaft Tolipa, mit deren Hilfe ein festgefahrener Konflikt endlich eine friedliche Lösung fand.

 

Eigentlich ging es bei dem Streit lediglich um ein paar Quadratmeter Land. Doch fruchtbarer Boden ist in Uganda ein kostbares Gut, und Landwirtschaft eine der wichtigsten Einnahmequellen. So kommt es immer häufiger vor, dass sich in Uganda Konflikte am Zugang zu Land oder am Besitz von Grund und Boden entzünden.

Im konkreten Fall, der sich in Kokorio am Lake Bisina im östlichen Uganda ereignete, entwickelte sich der besagte Streit zu einer handfesten Auseinandersetzung, die zwanzig Jahre andauerte und immer größere Kreise zog. Eine Beilegung der Streitigkeiten schien unmöglich.

Der Konflikt hatte die Eintracht der ganzen Gemeinde vergiftet. Er führte dazu, dass wichtige Investitionen in die schulische Infrastruktur scheiterten – und säte damit noch mehr Unfrieden. Letztlich gipfelte der Konflikt im Aufmarsch bewaffneter Kräfte und einer Verhaftung.

In all den Jahren hatte nichts geholfen. Sämtliche Verwarnungen, Verfügungen und Grenzzäune konnten keine Annäherung, geschweige denn eine Einigung zwischen den Konfliktparteien bewirken. Die Fronten waren zu verhärtet – und alle Versuche, den Konflikt zu lösen, zu kurz gedacht. Wenn jeder auf sein Recht pocht, ohne die Position der anderen Seiten zu hören, kann kein Vergleich zustande kommen.

Schließlich wurde die Interessengemeinschaft Tolipa eingeschaltet. Gemeinde, Kirche und Bezirksregierung erteilten ihr das Mandat, im Konflikt zu intervenieren. Tolipa ist ein Zusammenschluss verschiedener lokal verwurzelter Akteure, die sich gemeinschaftlich um eine gewaltfreie Beilegung von Landkonflikten kümmern und dabei von einer ZFD-Fachkraft unterstützt werden.

Dank Tolipa und ZFD gelingt nun, was zwei Jahrzehnte lang unlösbar erschien: Die Konfliktparteien gehen aufeinander zu und treffen eine für alle Seiten tragfähige Vereinbarung. Dazu waren viele Ortsbegehungen, Diskussionsrunden, Einzel- und Gruppengespräche erforderlich. Dazu brauchte es Beharrlichkeit, Allparteilichkeit, Fingerspitzengefühl und Erfahrungen in konstruktiver Konfliktbearbeitung.

Die intensive Arbeit hat sich gelohnt. Der Konflikt kann nun endgültig beigelegt und der soziale Frieden in Kokorio wiederhergestellt werden.

Mehr über das Projekt und den Konfliktkontext erfahren Sie in unserer Projektdatenbank.

 

Foto: Adam Jones, Ph.D./Global Photo Archive/Flickr