Uganda: Mit Kunst zurück ins Leben

5.4.2017

Mit kreativen Angeboten und zwei neuen Kunstzentren will die ZFD-Partnerorganisation Advance Afrika junge Strafgefangene in Uganda vom Weg der Gewalt abbringen. Ziel ist die Reeintegration in das gesellschaftliche Leben.

Uganda ist bis heute durch seine gewaltsame Vergangenheit geprägt. Eine angemessene Aufarbeitung hat kaum stattgefunden. Im sozialen Gefüge sind tiefe Risse entstanden. Familien sind zerrüttet, ganze Dörfer und Gemeinden in Konflikten gefangen. Doch Konflikte werden selten konstruktiv angegangen. Gewalt bleibt das Mittel der Wahl, um Interessen durchzusetzen. Armut, Perspektivlosigkeit, knappe Ressourcen, aber auch Korruption und Misswirtschaft verschärfen die Lage.

Auch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist Gewalt verbreitet und die Zahl der von ihnen begangenen Straftaten hoch. Sie sind in einem Klima der Gewalt groß geworden. Alternative Verhaltensmuster haben sie gar nicht erst kennengelernt. Um diesen Zirkel der Gewalt zu durchbrechen, setzt die Nichtregierungsorganisation Advance Afrika bei jungen Strafgefangenen und ihren Herkunftsgemeinden an. Ziel ist die erfolgreiche Re-Integration der Häftlinge in die Gemeinschaft nach ihrer Entlassung.

Dank Advance Afrika können die Gefangenen während der Haft nicht nur an ihren beruflichen, sondern auch an ihren sozialen Fertigkeiten arbeiten. In einem nächsten Schritt wird der Kontakt zu den Herkunftsgemeinden hergestellt. Ziel ist, den Weg zurück in die Gemeinden zu ebnen. Dazu wird auch der Austausch zwischen den Strafgefangenen und ihren Opfern und Geschädigten angeregt. Durch den Dialog sollen Einsicht und Versöhnung wachsen – mindestens genauso wichtige Voraussetzungen für die Re-Integration wie eine berufliche Perspektive.

Für das Training in Konfliktlösekompetenz werden auch kreative Wege eingeschlagen wie die nun eröffneten Kunstzentren in den Haftanstalten der Provinzhauptstädte Gulu und Lira zeigen. Die kreativen Angebote sind dabei mehr als eine willkommene Abwechslung im Gefängnisalltag. Ihr therapeutischer Effekt hat sich bewährt. Die Gefangenen lernen, sich zu reflektieren und auszudrücken. Sie erleben Erfolgserlebnisse und gewinnen an Selbstvertrauen. Der Austausch in der Gruppe fördert Perspektivenwechsel, Sozialkompetenz und Gemeinschaftssinn.

Advance Afrika wird von einer ZFD-Fachkraft unterstützt. Insgesamt arbeiten derzeit 12 Fachkräfte in Uganda mit dem Ziel, den Friedensprozess im Land voranzubringen. Dazu schaffen sie Räume für Dialog und Verständigung, bringen ihre Kenntnisse in ziviler Konfliktbearbeitung ein und unterstützen die Menschen auf lokaler Ebene bei der friedlichen Beilegung ihrer Konflikte.