Ukraine und Jordanien: ZFD baut Engagement aus

24.5.2017

Mit neuen Fachkräften und gewaltfreien Konzepten ziviler Konfliktbearbeitung verstärkt der ZFD seine Friedensarbeit in der Ukraine und in Jordanien.

 

Ausbau des ZFD-Programms in der Ukraine

In der Ukraine ist der Zivile Friedensdienst bereits seit 2016 aktiv. Das Land ist seit Anfang 2014 Schauplatz bewaffneter Konflikte. Auslöser der gewaltsamen Auseinandersetzungen war die Ankündigung der ukrainischen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht zu unterzeichnen. Die Annexion der Krim durch Russland sorgte für weitere Unruhen. Vor allem in den ostukrainischen Provinzen Donezk und Luhansk gibt es Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten.

Aber auch im Rest des Landes herrscht Frust über die schlechte politische und wirtschaftliche Lage. Viele Menschen haben das Vertrauen in die Verwaltung und die staatliche Ordnung verloren und setzen zunehmend auf das Recht des Stärkeren.

In dieser Gemengelage arbeiten ukrainische Nichtregierungsorganisationen mit Unterstützung des ZFD daran, friedliche Auswege aus den Konflikten zu finden und dem Ausbruch weiterer Gewalt vorzubeugen. Das Engagement des ZFD wird jetzt noch verstärkt. Ab Mitte des Jahres nimmt ZFD-Fachkraft Zornitsa Popova-Glodzhan, ihre Arbeit in der Ukraine auf. Die Juristin setzt sich dann mit einheimischen Partnerorganisationen für den Dialog zwischen Verwaltungen und Zivilbevölkerung ein und unterstützt staatliche Stellen bei der Aufarbeitung der Proteste von 2013/2014. Ziel ist es, dass Behörden und Bevölkerung die erlebte Gewalt aufarbeiten, sich wieder annähern und die Zukunft ihres Landes gemeinsam gestalten können.

Ein weiterer Schwerpunkt der ZFD-Arbeit in der Ukraine liegt künftig auch auf friedenspädagogischen Maßnahmen, um die Gesellschaft in der Ostukraine wieder zu vereinen.

 

Aufbau des ZFD-Programms in Jordanien

Auch in Jordanien verstärkt der ZFD sein Engagement. Ab Sommer wird ZFD-Fachkraft Dr. Karim Thabet dort ein Programm des Zivilen Friedensdienstes aufbauen. In Jordanien wird es hauptsächlich darum gehen, Spannungen im Zusammenleben zwischen Einheimischen und Geflüchteten abzubauen und zivilgesellschaftliche Organisationen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung in den Kommunen zu schulen. Durch die Arbeit des ZFD und seiner Partner werden Brücken zwischen Einheimischen und Geflüchteten gebaut. Ziel ist es, dass beide Gruppen miteinander in Kontakt treten, Vorurteile abbauen und Probleme gemeinsam bewältigen. Außerdem werden die Kommunen dauerhaft darin gestärkt, Konflikte gewaltfrei zu bewältigen und sozialen Unruhen friedlich zu begegnen.

Zusätzlich baut ZFD-Fachkraft Marcos Smith in Jordanien ein Programm für Konfliktbearbeitung auf. Ziel ist es, innergesellschaftliche Spannungen und Konflikte zwischen Staat und Zivilgesellschaft zu entschärfen, um gewaltsame Eskalationen zu verhindern. Weiter soll es darum gehen, neue Perspektiven zu schaffen. Durch kreativ-kulturelle Angebote und Möglichkeites des Austauschs soll zudem der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden. Im Fokus stehen dabei auch benachteiligte Gruppen wie Geflüchtete, Jugendliche und ärmere Bevölkerungsteile. Sie sollen stärker an gesellschaftlichen Prozessen beteiligt werden, um der Perspektivlosigkeit zu entkommen.

Jordanien gilt als eines der stabileren Länder im Nahen Osten, dennoch leidet das Land unter gesellschaftlichen Konflikten, wirtschaftlichen Probleme und unter der politischen Instabilität der Region. Erschwerend kommen die prekäre Situation vieler Geflüchteter hinzu und die Überlastung der Kommunen durch den Zuzug der vielen Neuankömmlinge. Mehr als 1,2 Millionen Geflüchtete haben aufgrund von Kriegen in ihren Heimatländern in Jordanien Zuflucht gesucht. Die meisten stammen aus Syrien. Die Aufnahmegemeinden sind mit der Situation überlastet. Es kommt vermehrt zu Konflikten zwischen Geflüchteten und Einheimischen, aber auch zwischen innergesellschaftlichen Gruppen.

 


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Mehr Informationen zum ZFD-Engagement in Jordanien erhalten Sie hier.

 

Foto: Unabhängigkeitplatz in Kiew, auch Majdan genannt, zwischen November 2013 und Ende Februar 2014 Mittelpunkt der nach ihm benannten Proteste. Fotograf: Benhamburg (wikivoyage)