Geschichte

Wie alles begann

Am 22. November 2017 wird der Zivile Friedensdienst 18 Jahre alt. 1999 reisten die ersten ZFD-Fachkräfte aus, um engagierte Menschen und Organisationen weltweit bei ihrer Friedensarbeit zu unterstützen.

Der Zivile Friedensdienst - wie alles begann

1999 reisten die ersten ZFD-Fachkräfte in das ehemalige Jugoslawien, nach Guatemala, Rumänien, Simbabwe und in die palästinensischen Gebiete aus, um die Menschen dort bei ihrer Friedensarbeit zu unterstützen. Seitdem hat sich der ZFD zu einem Erfolgsmodell für Gewaltprävention und Friedensförderung im Kontext der Entwicklungspolitik entwickelt.

Als in den neunziger Jahren die Kriege in Jugoslawien Europa erschütterten, entstand in Deutschland, zunächst in kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Kreisen, die Idee für einen Zivilen Friedensdienst. 1999 wurde diese Idee zu einem Programm des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen. Knapp 18 Jahre nach seiner Gründung könnte das Anliegen des ZFD nicht aktueller sein. Weltweit nehmen bewaffnete Konflikte zu. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung zählte im Jahr 2016 mehr als 400 politische Konflikte, von denen 226 mit Waffengewalt ausgetragen wurden. 

Die Wirksamkeit ziviler Friedensarbeit zeigt sich an Beispielen aus der Praxis: So führte die Aufarbeitung der kriegsbelasteten Vergangenheit in Guatemala dazu, dass im Frühjahr 2016 hochrangige Militärs erstmals wegen sexueller Gewalt während des Bürgerkriegs vor Gericht zur Rechenschaft gezogen wurden. Im ehemaligen Jugoslawien entstanden aus der Traumaarbeit mit Kriegsveteranen Versöhnungsinitiativen. Ehemalige Soldaten in Serbien und in Bosnien-Herzegowina arbeiten heute mit Unterstützung des ZFD präventiv mit Jugendlichen, damit sich die brutale Geschichte nicht wiederholt. In Kolumbien fördern ZFD-Fachkräfte und lokale Journalistinnen und Journalisten eine sensible Medienberichterstattung, die deeskaliert, statt Konflikte anzuheizen.

Seit 1999 haben über 1.200 ZFD-Fachkräfte in mehr als 60 Ländern erfolgreich an friedlicher Konfliktbearbeitung mitgewirkt. Aktuell arbeiten mehr als 300 internationale ZFD-Fachkräfte in 43 Ländern. 2017 wird der ZFD vom BMZ mit rund 45 Millionen Euro gefördert.